Palliativ-Konsiliardienst
Palliativ-Konsiliardienst an den Katholischen Kliniken Oberhausen
Leitung:
Oberarzt Dr. Christoph Gerhard
Seit Anfang 2006 gibt es am Standort St. Josef-Hospital der Katholischen Kliniken Oberhausen einen Palliativ-Konsiliardienst. In dieser Zeit wurden bereits über 120 Konsilanforderungen/Jahr zur Betreuung unheilbar Erkrankter oder Sterbender, die nicht mehr kurativ behandelt werden können, bearbeitet. Dabei ging es um eine komplizierte Schmerztherapie oder Symptomkontrolle, ethische Fragen, wie Patientenverfügung oder Therapieabbruch bzw. Therapiezieländerung, palliativpflegerische Fragestellungen, intensive Begleitungen der Patienten und Angehörigen, Vermittlung eines Hospizplatzes oder der Mitbetreuung durch das ambulante Hospiz und viele andere Fragestellungen.
Im Palliativ-Konsiliardienst arbeiten fünf Berufsgruppen eng zusammen: Medizin, Pflege, Sozialarbeit, Seelsorge, Krankengymnastik. Gemeinsam suchen die Mitarbeiter nach einer möglichst guten palliativen Betreuung für Patienten und Angehörige. Deshalb gibt es auch mehrmals monatlich Teambesprechungen. Die Mitarbeiter wurden in sehr umfangreichen Kursen meist am Lehrstuhl für Palliativmedizin der Universität Bonn für diese Tätigkeit speziell ausgebildet.
Die meisten Palliativstationen in Deutschland kümmern sich fast ausschließlich um Tumorerkrankte. Es wird intensiv daran gearbeitet, palliative Konzepte auch anderen Patienten mit schweren, lebensbedrohlichen Erkrankungen, wie z.B. Demenz, Multipler Sklerose, Parkinson oder schwersten Schlaganfällen zu gute kommen zu lassen. Im St. Josef-Hospital werden schon jetzt nicht nur Tumorerkrankte sondern auch zu ca. 40% „Nichttumorerkrankte“ durch den Palliativkonsiliardienst behandelt.
Am St. Josef-Hospital besteht eine lange Tradition im Bereich Schmerztherapie. Die Schmerzambulanz widmet sich schon seit langem speziellen Problemfällen. 2005 hat eine Projektgruppe ein Schmerzmanagementsystem im gesamten Krankenhaus aufgebaut. Alle ärztlichen und pflegerischen Mitarbeiter wurden in diesen Konzepten intensiv geschult.
Eine gute Schmerzerfassung spielt eine wichtige Rolle. Deshalb wird ein neuer Patient bereits bei Aufnahme gefragt, ob er Schmerzen hat und wie stark diese sind. Die Schmerztherapie wird dann nach klaren, von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelten Prinzipien durchgeführt. Durch dieses Konzept gelang es am St. Josef-Hospital, die Anzahl der Patienten mit starken Schmerzen innerhalb eines Jahres zu halbieren und die Gesamtzahl der an Schmerzen leidenden Patienten um ein Drittel zu senken.
Wichtig ist die Ausbildung unserer Medizinstudenten im Praktischen Jahr, die seit 2005 regelmäßig Unterricht in Palliativmedizin erhalten. Dies entspricht einer Forderung der Bundesärztekammer von 2003, die selbst an vielen Universitätskliniken noch nicht umgesetzt ist.
Eine gute Vernetzung des Palliativ-Konsiliardienstes mit anderen palliativen Strukturen in Oberhausen ist entscheidend für eine gute Betreuung der Betroffenen auch nach der Krankenhausbehandlung. Es wurde deshalb ein Netzwerk für Oberhausen gegründet, in dem mehrere palliativ spezialisierte Ärzte, Krankenhäuser, Pflegeheime, Pflegedienste, das stationäre und ambulante Hospiz sowie Ausbildungseinrichtungen zusammenarbeiten, um eine möglichst gute Betreuung für fortgeschritten Erkrankte oder Sterbende zu erreichen.
Mitarbeiter des Palliativ-Konsiliardienstes sind:
- Dr. med. C. Gerhard, Arzt für Neurologie, Palliativmedizin und spezielle Schmerztherapie
- Dr. med. M. Frühauf, Arzt für Innere Medizin, Gastroenterologie und Palliativmedizin
- Fr. M. Galgan, MScN, exam. Krankenschwester mit Palliativausbildung, Pflegewissenschaftlerin
- Fr. A. Baagt, Diplomsozialarbeiterin mit Palliativausbildung
- Pfarrer B. Boenig, Seelsorger mit Palliativausbildung
- Hr. F. Gores, Krankengymnast
- Fr. M. Mika, ex. Krankenschwester mit Palliativausbildung
