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Palliativdienst im St. Josef-Hospital

Seit Anfang 2006 gibt es am Standort St. Josef-Hospital des Katholischen Klinikum Oberhausen einen Palliativdienst. Der Palliativdienst betreut Patienten im gesamten Krankenhaus mit fortgeschritteneren, in der Regel nicht heilbaren Erkrankungen. Dabei geht es um:

  • komplizierte Schmerztherapien oder Symptombehandlungen,
  • palliativpflegerische Fragestellungen,
  • die intensiven Begleitungen der Patienten und Angehörigen,
  • schwierige ethische Fragen,
  • das Erstellen oder Umsetzen einer Patientenverfügung
  • einen Therapieabbruch bzw. eine Therapiezieländerung,
  • die Mitbetreuung durch das ambulante Hospiz
  • die Vermittlung eines Hospizplatzes.

Im Palliativdienst arbeiten vier Berufsgruppen eng zusammen: Medizin, Pflege, Sozialarbeit, Krankengymnastik. Gemeinsam suchen die Mitarbeiter nach einer möglichst guten palliativen Versorgung für Patienten und Angehörige. Dazu dienen wöchentliche Teambesprechungen. Die Mitarbeiter wurden in sehr umfangreichen Kursen meist am Lehrstuhl für Palliativmedizin der Universität Bonn für diese Tätigkeit speziell ausgebildet.

Die meisten Palliativstationen in Deutschland kümmern sich fast ausschließlich um Tumorerkrankte. Es wird intensiv daran gearbeitet, palliative Konzepte auch anderen Patienten mit schweren, lebensbedrohlichen Erkrankungen, wie z.B. Demenz, Herzschwäche, Chronische Lungen- bzw. Nierenerkrankungen, Parkinson oder schwersten Schlaganfällen zu gute kommen zu lassen. In unserem Palliativdienst werden schon jetzt nicht nur Tumorerkrankte sondern auch zu ca. 40% „Nichttumorerkrankte“ behandelt. Deshalb ist der Palliativkonsiliardienst auch überregional in der Arbeitsgruppe Nichttumorpatienten der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin vernetzt, um möglichste gute aktuelle Konzepte bei unseren Patienten anwenden zu können.

Eine gute Vernetzung des Palliativdienstes mit anderen palliativen Strukturen in Oberhausen ist entscheidend für eine gute Betreuung der Betroffenen auch nach der Krankenhausbehandlung. Es wurde deshalb ein Netzwerk für Oberhausen gegründet, an dem der Palliativdienst maßgeblich beteiligt ist. In diesem Netzwerk arbeiten mehrere palliativ spezialisierte Ärzte, Krankenhäuser, Pflegeheime, Pflegedienste, das stationäre und ambulante Hospiz sowie Apotheken und Sanitätshäuser zusammen, um eine möglichst gute Betreuung für fortgeschritten Erkrankte oder Sterbende zu erreichen.

Dr. Gerhard ist gleichzeitig Leiter des Kompetenzzentrums Palliativmedizin an der Universität Essen und dort für die Ausbildung der Medizinstudenten im neuen Lehrfach Palliativmedizin zuständig. Bereits seit 2005 erhalten die Medizinstudenten, die ihr Praktisches Jahr an den katholischen Kliniken absolvieren, regelmäßig Unterricht in Palliativmedizin. Dr. Gerhard ist auch Leiter der Palliativkurse für Ärzte, die die Ärztekammer Nordrhein in Düsseldorf, Oberhausen und auf dem Ärztekammerkongress Norderney veranstaltet. Der Palliativdienst ist Weiterbildungsstätte für Palliativmedizin der Ärztekammer Nordrhein, d.h. es kann hier die volle Weiterbildung zur ärztlichen Zusatzbezeichnung Palliativmedizin erworben werden.   

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